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Vertrauenssache

Vertrauenssache

Geschäftsführer

Eine Umfrage der Data and Analytics-Group YouGov zeigt, dass während des Lockdown fast die Hälfte aller Beschäftigten in Deutschland ins Homeoffice umgezogen sind. Wie bewerten diese MitarbeiterInnen die Kommunikationsleistung ihres Arbeitgebers während dieser Zeit? Fühlten sie sich gut und ausreichend informiert – oder abgeschnitten und unsicher?

Das erste, was in Krisenzeiten verloren geht, ist Vertrauen. MitarbeiterInnen suchen dann ganz besonders nach Halt, Orientierung und Sicherheit und wollen Antworten auf zentrale Fragen: „Wie geht es bei uns im Unternehmen weiter?“, „Kommt jetzt auch bei uns Kurzarbeit?“, „Wird wieder alles so, wie es einmal war?“, „Behalte ich meinen Job?“.

 

Zur Zeit kommt es deshalb in Unternehmen ganz besonders auf eine gute interne Kommunikation an. Gerade jetzt gilt es, emphatisch zu sein, gut zuzuhören und Antworten zu geben. Diesem Anspruch zu genügen ist im normalen Arbeitsalltag schon schwer. Und in der Krise offensichtlich noch viel schwerer. Das zeigen auch die Ergebnisse einer von Gallup im Mai veröffentlichten Mitarbeiterbefragung in Deutschland, bei der das Vertrauen in die Unternehmensführung in der Covid-19-Krise abgefragt wurde:

 

Während immerhin 39 % der Beschäftigten bestätigten, dass ihre Vorgesetzten sie zumindest über das Geschehen im Unternehmen auf dem Laufenden gehalten haben, hatten nur 27 % der Befragten das Gefühl, dass sie dem Arbeitgeber bei der erfolgreichen Bewältigung der Krise vollkommen vertrauen können.

 

Warum ist das so?

 

Ganz offensichtlich unterschätzen immer noch die meisten Kommunikatoren ihre Rolle als integrale Kraft im Unternehmen. Zu wenige erkennen die Bedeutung vertrauensbildender Maßnahmen und Botschaften, zu viele vertrauen reflexartig auf althergebrachte, standardisierte top-down Kommunikationsmuster

 

Und ganz offensichtlich dominiert in den meisten Unternehmen immer noch eine interne Kommunikation, die sich im Zweifelsfall auf komplexe, abstrakte Unternehmensbotschaften zurückzieht, die eher sendet als zuhört und der es an Empathie und Dialogfähigkeit mangelt.

 

Dabei wäre es doch so einfach: Nie zuvor gab es einen besseren Zeitpunkt dafür, das Rollenverständnis der internen Kommunikation im Unternehmen zu verändern. Genau jetzt, wo ohnehin vieles in Bewegung geraten ist, wo improvisiert und ausprobiert wird und die New-Work-Kultur mit ihrem Wir-Denken, der Selbstverantwortung und Partizipation spürbar an Bedeutung gewinnt. Jetzt, wo Unternehmen ihren Beschäftigten viel abverlangen, aber auch Freiraum gewähren und Vertrauen schenken, sollten die Unternehmen alles daran setzen, im Gegenzug das Vertrauen ihrer MitarbeiterInnen (zurück) zu gewinnen. Diese Vertrauenskultur ist nicht nur eine große Chance für die interne Kommunikation, sondern auch eine wichtige Voraussetzung, um die anstehenden Herausforderungen in den Unternehmen zu bewältigen.

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